Bruchstücke

30.04.2006 - Ausgetrocknet

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27.04.2006 - Vorsicht!

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26.04.2006 - Be Strong!

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25.04.2006 - You & I

Mein Mund ist voller Tee während wir uns anschauen, unsere Gesichter nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Und sie sagt: „Komm, spuck mich voll damit“.

Ich schüttle den Kopf, meine Wangen sind wie aufgeblasen und ich muss grinsen. Und sie sagt: “Trau dich“.

 

Und dann ist ihre Hand zwischen meinen Beinen, und sie fängt an, sie höher zu schieben. Jetzt spucke ich ihr den Tee ins Gesicht, und sie drückt ihr Gesicht gegen meins, und es ist heiß und nass. Ihr Mund schmeckt nach Bier und Zigaretten, und sie bohrt mit der Zunge herum, und ich mache dasselbe. Ich fühle ihre Zähne und die Lücken dazwischen, und ich sage: „Cool“, und sie antwortet: „Die sind grauenhaft“. Und ich sage nochmal: „Cool“ und grinse dabei breit.

 

Sie und ich: Wie zwei ineinander verbissene Hunde! Und meine Hände und mein Mund können gar nicht an genug Stellen gleichzeitig sein …


Ich sage: „Ich glaube, ich komme gleich“ und verziehe das Gesicht. Sie sagt: „Ey, du Spinner“ und lacht. Ich auch. Dann küssen wir uns. Ich liege auf ihr, ihr Kleid ist ihr bis zur Hüfte hochgerutscht, und sie hat die Schuhe noch an. Ich strecke eine Hand zwischen ihre Beine und schiebe ihr einen Finger rein, dann wieder raus und lutsche dran.

 

Und sie schiebt eine Hand in meine Hose und beginnt, mir einen runterzuholen. Genau so, wie ich es selber immer mache, und ich bin echt schockiert. „Nicht“, sage ich jetzt, „hör´auf, mir kommt´s gleich, aber echt …“ Und sie flüstert mir ins Ohr: „Na dann los …“

 

Und … dann … KOMME … ich …

 

Und sie schmiert etwas davon auf die Bettdecke und leckt sich die Hand und küsst mich dann, damit ich es auch schmecken kann …

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25.04.2006 - Schlangentanz

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25.04.2006 - Glückseligkeit

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24.04.2006 - Grauzone

Ich stehe auf, während sie immer noch schläft, und schleiche ins Bad. Ich pisse in den Lokus und versuche, nicht daneben zu schiffen. Was nicht gerade einfach scheint, weil sich in meinen Hirnwindungen noch Reste von Johnnie Walker Black Label befinden.irnwindungen  Dann inspiziere ich mein geschundenes Gesicht im Spiegel – das linke Auge ist hübsch geschwollen von der Auseinandersetzung mit diesem Spack gestern Abend im Toxic.

   „Toll …“, fällt mir aus dem Mund.

   In der Küche rauche ich eine Zigarette. Es ist nicht meine Küche, in der ich stehe, und eigentlich dürfte ich hier drin auch gar nicht rauchen. Aber da sie noch schläft, tue ich´s trotzdem. Ich habe das Fenster geöffnet und blase den Rauch durch den schmalen Spalt nach draußen, in dieses beschissene Wetter, das dort herrscht. Die kalte Luft, die durch den schmalen Spalt in die Küche wirbelt, macht mich nur wenig klarer in der Birne. Dafür beginne ich zu frieren und bekomme Gänsehaut. Mir wird bewusst, dass ich nicht mal ein T-Shirt übergestreift habe, nicht mal irgendwas. Ich nehme noch einen fetten Zug von der Ziggi und schnippe sie dann achtlos durch den schmalen Spalt nach draußen. Ich schließe das Fenster wieder und denke, während mein schwammiger Blick auf den Kaffeeautomaten klatscht, dass ich ja für Frühstück sorgen könnte. Aber ich weiß nicht, wo sie ihren Kaffee aufbewahrt und ich will auch nicht anfangen, irgendwelche Schränke zu durchwühlen, also begrabe ich diesen Gedanken gleich wieder. Mein Auge pocht jetzt wie verrückt und als ich es berühre, beginnt es plötzlich widerlich zu schmerzen.

   Als ich wieder ins Schlafzimmer trete, sehe ich, wie sie sich unter ihrer Bettdecke gerade umdreht, von einer Seite auf die andere wälzt. Nichts ist von ihr zu sehen, außer einigen Strähnen  dunklen Haars und ihr rechter Fuß, der jetzt unter der Bettdecke vorlugt. Als sie lauter zu schnarchen beginnt, ziehe ich mich an. Bevor ich leise aus dem Zimmer trete, werfe ich noch mal einen Blick auf sie, auf den weinroten Knäuel Stoff, der sie jetzt ist, und denke: war nett hier, Süße.    

 

   Später dann, wieder zu Hause, liege ich lustlos auf meiner Couch und höre ein wenig DJ Doboy, während ich mein matschiges Auge mit Eiswürfeln kühle. Ich rauche eine Ziggi nach der anderen und nippe an einem lauwarmen  Evian, und in der Glotze, die stumm vor sich hindudelt, wird gevögelt, betrogen und belogen, und als ich wegzappe und PRO7 erwische, läuft gerade Der zuckersüße Tod, den ich aber schon kenne, und dann, noch etwas später, schlafe ich ein.

   Und ich träume, ich bin ganz und gar Schwanz. Ich bin eine notgeile Ganzkörper-Erektion. Ich stülpe mir eine Frau nach der anderen über und fühle ... nichts. Und ich träume, dass Frauen mich benützen und nicht zulassen, dass ich etwas fühle, und dann, während ich von einem ganzen Rudel Frauen mit einer klobigen Kette an einem Baum gefesselt werde und sie im Anschluss alle um mich rum tanzen und mir nacheinander kräftig in die Eier treten, mich beschimpfen und mich anspucken, werde ich durch das Klingeln des Telefons wach, und ich schrecke hoch und denke: beschissener Albtraum.

 

   „Ja hallo?“, raune ich in den Hörer nachdem ich ihn endlich in den Händen halte, noch völlig schläfrig. Und am anderen Ende der Leitung: Maschinengewehrsalben und Schreie von Frauen und Kindern. „Wer ist denn da?“ frage ich, aber genau dass ist der Moment, in dem einfach aufgelegt wird. Klick. Ich stecke den schnurlosen Knochen in seine Station zurück während ich zur Glotze schiele und sehe, wie eine Frau, die flach und nichtssagend aussieht, sich den Bauch reibt und stumm vor sich hinbrabbelt: “In letzter Zeit fühle ich mich einfach so aufgebläht …“ Oh Gott, denke ich und suche nach meinen Zigaretten, Prince Denmark, die ich auf dem Couchtisch finde, ein langweiliges, blaues BIC-Feuerzeug liegt oben auf der halbleeren Packung drauf. Als ich vor dem Tisch stehe um mich nach den Ziggis zu bücken, macht es plötzlich laut KRÄCK als ich auf einen einzelnen Kartoffelchips trete der, wie auch immer, dorthingekommen ist, und mir entgleitet ein „Na Leck mich doch …“, und dann bücke ich mich und hebe die kleinen Schnipselchips auf, einen nach dem anderen, und ich werfe sie in den randvollen Aschenbecher aus hellem Marmor, der ziemlich genau in der Mitte meines Couchtisches steht, und der Aschenbecher hat eine mit grünem Samt unterlegte Unterseite, und dann fällt mir ein, dass ich doch noch einen Whisky trinken könnte, vielleicht sogar einen dreifachen, und wieder gehe ich in die Küche – in der das Licht noch immer brennt -, und ich kann´s kaum fassen, aber ich habe die Wahl zwischen Johnnie W. und Glenfiddish, und nachdem ich zehn Minuten darüber nachdenke, welchen ich denn nun trinken will, entscheide ich mich schließlich für Glenfiddish, und das Teil wird mindestens dreistöckig, und während ich ihn genieße, beinahe auf ihm herumkaue und den holzigen Geschmack zu schätzen weiß, höre ich im Treppenhaus Stimmen, die lauter werden, dann wieder leiser nur um dann wieder anzuschwellen, in ein fast krampfiges Gequieke, und plötzlich, völlig unverhofft, dringt laute Musik in diese Stimmen – um diese späte Zeit -, und ich schließe meine Augen und denke: diesem Affen da unten werde ich eines Tages auch noch mal das Maul stopfen. Und der Whisky, denke ich, ist sein Geld wert, oh ja, und ganz leise, fast schon unhörbar, rieselt Trance Mucke aus meinem Pioneer-System in die Küche, in meine Wohnung, in mein Leben, und beinahe vor Freude juchzend, stolpere ich zurück ins Wohnzimmer, jetzt völlig beglückt, und dann trinke und rauche ich und höre Svenson & Gielen und bin hin und weg, aber wen, brabbele ich mir vor, interessiert das schon, und die Vibes nehmen mich gefangen, umklammern mich, mich und meine Seele und meine Eier, und in diesem Moment denke ich ein wenig an meine Netzfrau da draußen, an sie und ihr ebenso beschissenes Leben, und dann wird mir wieder mal bewusst, dass eh alles BESCHISSEN ist, und Asche fällt von meiner Ziggi, meiner Prince, und mein Blick – jetzt fast schon stier, fast schon in  Super Slomo - driftet ihr hinterher, und als sie auf´s Laminat knallt, überfällt mich ein Lachkrampf, mächtig gewaltig, und ich falle auf die Couch direkt vor mir, und die Couch fühlt sich jetzt, in genau diesem Augenblick, wie Watte an, und fast schon – wie in früheren Zeiten – habe ich das Gefühl, in einen endlosen, riesigen Haufen davon zu knallen, und beim Griff zum Whisky schwappt mir selbiger ein wenig aus dem Glas, und Svenson & Gielen gehen über in einen Rausch von Blank & Jones, in einen Erguss aus Glück und Ekstase – obwohl ich jetzt in der Glotze etwas über Adolf H. und seine Schergen vorgesetzt bekomme -, und Stukas rasen durch den mausgrauen Himmel und alles ist irgendwie schwarz und dunkel, und während Brandbomben geworfen und Bilder von sich hartnäckig wehrenden Flakstellungen gezeigt werden, wird in weißen Lettern am unteren Bildschirmrand BERLIN IST VERLOREN eingeblendet, dann: DEUTSCHLAND IST ES … und schließlich: DAS REICH IST ES … und ich denke, alles, was wir noch tun können, ist, uns zu besaufen, und ich zünde ich mir eine weitere Prince an, erhebe mein Glas und denke - während ich die Augen zusammenkneife, während die Werbung schon läuft, für Binden und Hundefutter, für neue Autos von Honda und VW, für Hämorrhoidalsalbe und Pasta und Käse aus Holland und dritte Zähne und Scheißhauspapier, für irgendwelche Versicherungen und Coca Cola, für eine neue Serie aus den US of A, für Treppenlifter und Wischmobs: TRAUE NIEMANDEM!!!

 

   Und dann – fast schon glimmt der neue Morgen am Horizont auf – denke ich wieder an Nicole und daran, wie verlogen ich mich aus ihrem Leben geschlichen habe, wie ich sie verlassen habe, während sie sich in ihrem Bett noch mal umdrehte und vielleicht tief in einem süßen Traum versunken war. Sich vielleicht in einer Zeit wähnte, die goldener ist als die, die ist, die herrscht. Und schließlich, vor meinem eigenen Lokus stehend, schwankend und vor mich hin summend – eine Ballade von Metallica – Nothing Else Matters -, die Augen in Aspik, die Pupillen kleiner als Stecknadelköpfe, kommen mir die Tränen und die Pisse gleichzeitig. Und dann sinke ich – jeglicher Kraft beraubt - in mich zusammen, auf den gefliessten Boden, heulend wie ein kleines Kind, schluchzend und zitternd, und aus meinem Schwanz sprudelt noch immer die Pisse und macht alles nass, und meine Augen verengen sich zu dünnen Schlitzen während  mein Gesicht zur Fratze des Wahnsinns mutiert, während ich draußen, auf der regennassen Straße, ein Auto hupen höre, einen Köter, der bellt, eine Krähe, die den neuen Tag begrüßt …

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... and as Things fell apart nobody paid much attention

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